Nutzen der Anlauttabelle

Moderator: Klaus Kuhn

Kirstin Ripp
 
Beiträge: 1
Registriert: Di 12. Dez 2006, 21:14

Nutzen der Anlauttabelle

Di 12. Dez 2006, 21:30

Hallo!
An unserer Schule arbeiten wir seit Beginn des Schuljahres mit der Silbenmethode. Unser erster Eindruck ist recht gut, allerdings ist bei uns nach der Durchsicht der Materialien und des Lehrerkommentars eine gewisse Unsicherheit aufgekommen, was den Gebrauch der dem Arbeitsheft beigefügten Anlauttabelle angeht. Einerseits wird ja die Reichen-Methode abgelehnt (laut Lehrerhandbuch, didaktisch/methodischer Kommentar), andererseits wird eine Anlaut-Tabelle beigefügt. Ab wann und vor allem wie soll man denn damit arbeiten?

Für jegliche Anregungen bin ich sehr dankbar!

Viele Grüße,
Kirstin Ripp

Klaus Kuhn
 
Beiträge: 206
Registriert: Di 30. Aug 2005, 13:10

Do 14. Dez 2006, 10:07

Hallo!
Die Einsatzmöglichkeiten sind sowohl im Lehrerhandbuch als auch auf der CD-ROM für Lehrer ausführlich dargestellt. Trotzdem nochmal:
Wie Sie richtig erwähnen, wird die Anlauttabelle nicht wie bei Methoden der Lautanalyse und Synthese (Reichen und andere) eingesetzt.
Die erste Begegnung machen unsere Schüler bereits im Kindergarten mit der Tabelle in der Form des Spiels "Klatsch die Silbe". In diesem Würfelspiel lernen die Kinder die Tiernamen der Anlautscheibe zu silbieren und dazu synchron zu klatschen.
In der ersten Klasse ist die Anlautscheibe zuerst eine Erinnerungsstütze für die Buchstabenform.
Danach werden vorweggenommene Buchstaben mit Hilfe der Scheibe erlesen.
Schließlich können Kinder im Zuge der Binnendifferenzierung neben dem angeleiteten Schreiben mit Hilfe der Scheibe noch nicht durchgenommene Buchstaben verschriften.
Grundsätzlich war und ist die Anlautscheibe ein hilfreiches methodisches Mittel in der Lese- und Schreibdidaktik. Die Reduktion der Schreibdidaktik auf die Anlautscheibe bei Reichen ist für viele Kinder eher eine Überforderung, da sie den Prozess der Lautanalyse und Synthese wegen ihrer mangelnden Sprach-Kenntnisse (Kinder mit Migrationshindergrund) oder aus anderen Gründen (Seitigkeitsunsicherheit, mangelnde Koordination von Sprechen und Schreiben, mangelnde phonetische Bewusstheit) nicht zügig erlernen.
Wer aber Buchstaben nicht im Zusammenhang (Silbe) nutzen kann, wird meist ein schleppender Leser und schwacher Schreiber bleiben.

Viel Freude beim Unterrichten!

Klaus Kuhn

heihuet
 
Beiträge: 45
Registriert: Sa 11. Nov 2006, 12:36
Wohnort: Ostwestfalen

Fr 15. Dez 2006, 17:29

In unseren Lerngruppen kommt die Anlauttabelle kaum zum Einsatz. Da bei uns die Kindergärten nicht damit arbeiten und der Leselehrgang kaum Raum für freies Schreiben vorsieht, ist auch die Anlauttabelle ziemlich überflüssig.
Wir haben sie den leistungsstärkeren Schülern nach der Einführung von ma.me,mi,mo mu, parallel zur Einführung des neuen Starters gegeben und mit ihnen in den Förderstunden die Tiere und die dazugehörigen Anlaute, sowie den Nutzen einer solchen Tabelle erarbeitet. Diese Schüler haben die Tabelle dann z.T. bei der Bearbeitung einiger diff. Arbeitsblätter genutzt.
Zur Lautverankerung und -erinnerung haben wir uns gr. Silbenkarten mit entsprechenden Anlautbildern gemacht (z.B. mi / Bild der Katze Mimi oder lu / Bild einer Lupe) und im Klassenraum aufgehängt. Das ist den schwächeren Schülern immer wieder eine zusätzliche Hilfestellung, wie die Lautgebärden selbstverständlich auch.

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