Wie geht es weiter?

Moderator: Klaus Kuhn

F.H.
 

Wie geht es weiter?

Mi 15. Mär 2006, 18:21

Wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, ist es ein Konzept für den Anfangsunterricht. Wie geht es danach weiter? Steigt man einfach auf eine herkömmliche Fibel um oder gibt es eine Empfehlung für ein anschließendes Rechtschreibaufbauprogramm?

Gast
 

Wie geht es weiter?

Do 16. Mär 2006, 16:17

Die Texte in der Fibel werden sehr schnell anspruchsvoll. Sogar schneller als in den herkömmlichen Fibeln. Das liegt an dem Silbenkonzept. Mit den ersten beiden Silbengruppen (ma-me-mi-mo-mu, la-le-li-la-lu) lassen sich bereits viele Wörter bilden. Sogar einfache Sätze kann man schnell zusammensetzen und erlesen lassen: male Momo, Lulu male Memo lila, male 2 lila Lama, male Mama etc. Ich verwende diese Sätze als Arbeitsaufträge in unterschiedlichen Variationen (ohne Bildvorgabe, Vorgabe mehrer Bilder: Memo, Mimi, Lama), so dass die Kinder sinnentnehmend lesen müssen.

Ergänzend zur Fibel gibt es den "Lesezirkus" mit anspruchvollen Texten. Diese setze ich bei meinen besserlesenden Kindern ein.

Grammatik- und Rechtschreibthemen werden über die Methode nicht direkt abgedeckt, hier muss man das vorhandene Material entsprechend aufarbeiten oder auf Zusatzmaterial zurückgreifen.

Hoffe, das hilft erst mal weiter.

Klaus Kuhn
 
Beiträge: 211
Registriert: Di 30. Aug 2005, 13:10

Mi 22. Mär 2006, 18:47

Hallo,
zur Rechtschreibung im Konzept von ABC der Tiere möchte ich bemerken: Wir bieten keine speziellen Übungen zur Rechtschreibung an, weil wir Orthografie durch die systematische Darstellung über die Silben lehren. Ich möchte auf meine Ausführungen zur Schreibung des Standarts auf der Internetseite www.ABC-der-Tiere.de verweisen. Auch in "Spontane Schreibung der Doppelkonsonanten" finden sie das Häuschenschreiben nach Rhythmen. Eine aus meiner Erfahrung sehr geeignete Methode, dieses Thema zu behandeln.

Viel Spaß beim Unterrichten

Klaus Kuhn

Gast
 

Do 30. Mär 2006, 16:11

Verstehe ich das richtig, dass mit dieser Methode die Rechtschreibung also gar nicht geübt wird?

Klaus Kuhn
 
Beiträge: 211
Registriert: Di 30. Aug 2005, 13:10

So 2. Apr 2006, 10:24

Rechtschreibtraining im Fibelwerk ABC der Tiere

Nach mehreren Anfragen möchte im Zusammenhang aufzeigen, wie dieses Thema in Lesen und Schreiben in Silben umgesetzt wird.

1. Phase: Lautorientiertes Schreiben in Silben
Sobald Silbenkombinationen (ma, mu usw.) gelesen und geschrieben werden, beginnen wir mit dem Schreiben nach Gehör. Die Lehrerin diktiert den Kindern Silben (ma, mo usw.), welche chorisch nachgesprochen und unmittelbar danach geschrieben werden. Werden zweisilbige Kombinationen (ma-li, rum-ba usw.) verschriftet, wechseln wir nach der ersten Silbe die Farbe. Der Schreibprozess wird immer in Silben gegliedert.
Werden Wörter geschrieben, behalten wir den Farbenwechsel nach jeder Silbe bei. Die Wörter werden immer in Silben gesprochen und unmittelbar danach geschrieben. So entwickelt sich das durch die Pilotsprache gesteuerte automatisierte Silbenschreiben. In diesem Stadium diktieren wir Sätze in der Art wie: Die Pferde traben. - Nicht: Das Pferd trabt. (Auslautverhärtung führt zu Schreibfehlern).
Wir weisen die Kinder darauf hin, dass die zweiten Silben mit einem „e“ verschriftet werden (also nicht Bäcka, Mülla usw.).
In dem Übungsheft „Mein Tierbüchlein“ werden Sätze aus Tiernamen und zugehörigen Verben gebildet.
Wir lernen: „Menschen, Tiere, Sachen“ schreiben wir groß.
Satzanfänge werden groß geschrieben; am Schluss setzen wir einen Punkt.
Wir achten beim Schreiben nach Diktat auf die Einhaltung der eingeführten Regeln. Eigene Texte schreiben die Kinder in ein besonderes Heft, das nicht vom Lehrer korrigiert wird. Die Kinder sind sich über die eventuelle Vorläufigkeit dieser Schreibungen bewusst.

2. Phase: Orthografische Regelungen
Seit Beginn des 1. Schuljahres oder besser noch im letzten Kindergartenjahr üben wir mit den Kindern das rhythmische Sprechen und Klatschen der Kontrastwortpaare: Käfer – Koffer.
Damit wird die rhythmische Wahrnehmung, insoweit sie für die Verschriftung deutscher Wörter relevant ist, trainiert. Im Heft „Fit für die Schule – Übungsmaterialien“ und dem Foliensatz „Spontane Schreibung der Doppelkonsonanten“ finden sich viele Übungsbeispiele. Dabei wird nicht die Frage nach dem langen oder kurzen Stammvokal gestellt; die isolierte Beurteilung des Vokals überfordert viele Kinder. Vielmehr wird die rhythmische Gestalt der Wörter in Gegenüberstellung (Käfer – Koffer) beurteilt. Das kann nach der handlungsorientierten Trainingsphase jedes Kind beurteilen. Im Häuschenschreiben wird dann geklärt, wie die rhythmische Qualität der „schnellen“ Wörter die Schreibung der Doppelkonsonanten bedingt. Ko-fer mit einem „f“ würde ja wie Kä-fer lang gelesen werden.
Die Schreibung des „ie“ in der offenen Stammsilbe ist im Deutschen regelmäßig. Das muss nicht in Lernwörtern festgehalten werden. Gardine, Maschine, Kabine usw. sind dreisilbig – also gilt nicht die deutsche Standartschreibung.
Mit Hinsicht auf die Regelung der Schreibung des „stummen h“
sammeln wir zu gegebener Zeit die h-Wörter auf 4 Blüten mit den Sonoranten l, m, n, r in der Blütenmitte.

3. Phase: Morphematische Regelungen
Schrittweise werden Einsichten in diesem Bereich angebahnt. Wegen Baum schreiben wir Bäume, wegen rennen schreiben wir rennt, wegen Hunde schreiben wir Hund. Auch die Übertragung unserer Regel für die Schreibung des „stummen-h“ auf Verbstämme (zahl en, fahr en, wehr en usw.) fällt in diesen Bereich.
Den Zeitpunkt, zu dem über solche systematischen Zusammenhänge im Unterricht gesprochen wird, muss die Lehrerin bestimmen. Aus meiner Sicht können alle Aspekte in einem verbundenen Schreibunterricht in den Klassen 1 – 4 geklärt werden. Dann haben die Kinder nach der Grundschule eine sichere Plattform für die Schreibung des deutschen Standards erreicht.

Viel Spaß beim Unterrichten

Klaus Kuhn

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