Bitte um Hilfe bei sehr großer Leistungsspanne

Moderator: Klaus Kuhn

domasch
 
Beiträge: 3
Registriert: Di 27. Jul 2010, 14:45

Bitte um Hilfe bei sehr großer Leistungsspanne

Di 26. Okt 2010, 22:36

Hallo,
seit September arbeite ich in einer 1. Klasse (Berlin, Stadtrandbezirk, 11 NDH-Kinder, 2 Wiederholer) und war gespannt wie es funktionieren würde. Grundsätzlich machen die Kinder gerne mit. Doch bei mir in der Klasse gibt es 4-5 Kinder, die bereits vorher lesen , zum Teil auch lautgetreu schreiben konnten. Aber ich habe auch einige Kinder, denen es immer noch schwer fällt ihren eigenen Namen zu schreiben, sich die Buchstaben/Silben und deren Gebärden zu merken. Meist sind es NDH-Kinder, deren Eltern noch schlechter deutsch sprechen.
Wenn ich die Stunden vorbereite, dann weiß ich manchmal nicht mehr wie ich den Spagat hinbekomen soll. Während die einen schon mit den Aufgaben fertig sind, muss man den anderen die Aufgabe nochmal erklären und verstehen sie trotzdem nicht. Ich verwende schon die Arbeitsblätter zur Differenzierung für die Schnellen, ebenso weitere Schreibblätter, Lesematerial. Ich schaffe es dadurch auch kaum, die sog. täglichen Übungen zum Automatisieren des Silbenlesensanzuwenden bzw. einzuführen.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps und Ratschläge geben. Ich bin für alles dankbar.
Herzliche Grüße
D. Schurig

Klaus Kuhn
 
Beiträge: 210
Registriert: Di 30. Aug 2005, 13:10

Di 2. Nov 2010, 10:05

Hallo D. Schurig,

wie sie schon andeuten, ist der Spagat zwischen den schnellen Kindern und den Kindern mit Deutsch als zweiter Sprache schwierig.
Ich würde in einer solchen Situation die fortgeschrittenen Schüler mit dem Spracharbeitsheft und den Arbeitsblättern zur Differenzierung arbeiten lassen; ebenso mit dem Lesezirkus und den Tierbüchlein mit Mia und Mio.
Dadurch entstehen Zeitfenster, um mit den Kindern mit wenig Spracherfahrung die täglichen Automatisierungsübungen im Lesen in Silben(CD) und Schreiben (mit zwei Farben) einzeln oder in kleinen Gruppen durchzuführen. Diese innere Differenzierung ist die größte Herausforderung in unserem Beruf.
Wir vertreten die Auffassung, dass durch ein Brückenjahr im Kindergarten die zukünftigen Erstklasskinder in den Vorläuferleistungen trainiert werden: Seitigkeit, Koordination, Händigkeit, Silbensprechen in Abzählversen und Liedern und graphomotorische Fertigkeiten. Dadurch kann die Schere eher geschlossen werden. Es gibt in einer solchen Situation kein Zaubermittel. Nur die nachhaltige tägliche Kleinarbeit führt hier weiter. Ich habe auch Eltern mit Migrationshindergrund in die Arbeit einbezogen: Silbenschieberübungen, Silbenlesen usw.

Herzliche Grüße
Klaus Kuhn

Zurück zu Allgemeine Lehrerfragen zur Silbenmethode

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast