sehr dicht gedrängtes Programm...

Moderator: Klaus Kuhn

Chrisbert
 
Beiträge: 11
Registriert: Sa 14. Jul 2012, 09:40

sehr dicht gedrängtes Programm...

Fr 12. Apr 2013, 20:06

Lieber Herr Kuhn,

ich habe mit Interesse den Beitrag einer Lehrerin zu diesem Thema gelesen. Ich möchte mich dem gerne anschließen. Ich arbeite mit einer Kollegin parallel mit dem ABC der Tiere. Wir haben in den ersten drei Wochen eine intensive Vorarbeit geleistet, die losgelöst war von dem Lehrwerk. Dadurch gerieten wir in zeitlich in Rückstand. Danach aber haben wir sehr gründlich und zügig damit gearbeitet. Im Schnitt haben wir jede Woche einen neuen Buchstaben eingeführt. Trotzdem hängen wir durch Ferienzeiten, Feiertage etc. erheblich hinterher und beginnen erst jetzt mit dem Teil B. Nebenher stehen ja auch noch Bilderbücher und deren handlungsorientierte Handhabung und anderes auf dem Plan. Uns erscheint das Programm ebenfalls zu dicht gedrängt.

Und nun noch zwei Hinweise:
Das K,k sieht im Schreiblehrgang anders aus, als in der Fibel. Für die Kinder ist dies zwar kein Problem, ich denke aber, dass hier eine einheitliche Schriftart verwendet werden sollte. Es handelt sich ja schließlich um ein Lehrwerk, mit dem eben auch Buchstaben erlernt werden sollen.

Zum E gibt es eine Geschichte über Eskimos. Auch wenn sicherlich die meisten Kinder und bestimmt auch der ein oder andere Erwachsene nur diesen Begriff kennen und verwenden, sollte er in einem Lehrbuch keine Anwendung finden. Die Eskimos selbst haben sich vor vielen Jahren den Namen "Inuit" gegeben. Eskimo heißt übersetzt soviel wie "Rohfleischfresser". Diesen Namen empfinden die Inuit zu Recht als Beleidigung. Ich habe zu Beginn der Einheit sehr ausführlich mit den Kindern über die Inuit und deren Lebensweise gesprochen und den Begriff Eskimo klargestellt. Die Geschichte zeichnet ein Bild der Inuit, welches veraltet ist. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Sachthemen Einzug in Fibeln finden, allerdings sollte dann sehr genau über die Themenauswahl nachgedacht werden. In den Tiergeschichten mit Mia und Mio gibt es eine ganz süße Geschichte über einen kleinen Elefanten. Warum hat diese Geschichte keinen Raum in der Fibel gefunden, zumal es sich ja um das Ankertier handelt?

Mit herzlichen Grüßen
Chrisbert

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ergänzung dieses Beitrags durch den Administrator dieses Forums:
Der Autor „Chrisbert“ hat seinen Beitrag nachträglich um folgenden Text ergänzt:
Hallo Herr Kuhn,
ich habe die Eskimos versehentlich dem Buchstaben E zugeordnet. Die kritische Anmerkung bleibt aber.
Gruß
Chrisbert

Klaus Kuhn
 
Beiträge: 210
Registriert: Di 30. Aug 2005, 13:10

Re: sehr dicht gedrängtes Programm...

Di 16. Apr 2013, 12:24

Lieber Chrisbert,

wie schon gesagt, liegt es im Ermessen des Lehrers den Wochenplan an die Erfordernisse der Klasse anzupassen. Wir haben in unseren Klassen den Plan einhalten können. Mich selbst hat erstaunt, dass viele Lehrerinnen noch weiteres Arbeitsmaterial (AzD), allerdings in verschiedenen Schwierigkeitsstufen wünschen.
Das Kk im Lesebuch ist die Schulschrift-Nord. Für die Schreibschrift ist das weniger geeignet, deshalb diese Unterschiede.
Die Verwendung des Begriffs "Eskimo" wird nach aktuellem Stand ethymologisch neu gedeutet:
Auszug aus Wikipedia:
Eskimo ist die Sammelbezeichnung für die arktischen Völker im nördlichen Polargebiet, deren Siedlungsgebiet sich von der Tschuktschen-Halbinsel Nordostsibiriens über die Beringstraße und die arktischen Regionen Alaskas und Kanadas bis nach Grönland erstreckt. Sie wird heute von manchen Betroffenen als abwertend abgelehnt. Die heute stattdessen oft verwendete, als politisch korrekt angesehene Bezeichnung Inuit ist nicht für alle Eskimovölker und Eskimosprachen anwendbar, da „Inuit“ streng genommen nur eine Inuktitut sprechende Volksgruppe umschließt. Andere eskimoische Volksgruppen tragen dagegen eigene Namen, die sich aus ihrer jeweiligen Sprache herleiten.

Die von Inuit gegründete Nichtregierungsorganisation „Inuit Circumpolar Council“ bemüht sich seit Jahren, den Begriff „Eskimo“ durch „Inuit“ zu ersetzen. Nachdem das Wort „Inuit“ jedoch z. B. in der Sprache der Yupik nicht vorkommt, kann sich diese Volksgruppe nicht mit der Bezeichnung „Inuit“ identifizieren. Die Inupiat sind nach wie vor stolz darauf, zum „großen Volk der Eskimos“ zu gehören. Als genereller Ersatz für den Begriff „Eskimo“ hat sich „Inuit“ infolgedessen im nordwestlichen Kanada, in Alaska und auf der Tschuktschen-Halbinsel bislang nicht durchgesetzt. Selbst die in Inuit-Besitz befindliche, international durch den Vertrieb von Inuit-Kunst bekannte Kooperative von Cape Dorset im Territorium Nunavut nennt sich seit ihrer Gründung unverändert „West Baffin Eskimo Cooperative (kurz: WBEC)“.

Obwohl ihre Siedlungsgebiete geographisch weiträumig und nicht zusammenhängend sind, zeichnet die zu den Eskimos zählenden Volksgruppen eine einheitliche Kultur und enge Sprachverwandtschaft aus, doch macht die gewöhnlich „Mensch“ bedeutende Eigenbezeichnung auch Unterschiede deutlich. In Südalaska nennen sich die Ureinwohner „Yupik“, in Nordwestalaska „Inupiat“, im Mackenziegebiet „Inuvialuit“, in Nord- und Nordostkanada „Inuit“ und auf Grönland „Kalaallit“. „Eskimo“ ist eine ursprünglich von Cree- und Algonkin-Indianern verwendete Sammelbezeichnung für die mit ihnen nicht verwandten Völker im nördlichen Polargebiet. Das Wort soll sich nach Auffassung von Ives Goddard (R. H. Ives Goddard, III) an der Smithsonian Institution etymologisch aus dem Cree-Wort „aayaskimeew“ = „Schneeschuhflechter“ (englisch: „Snowshoe netters“) herleiten.[1].

Der Linguist Jose Mailhot aus Québec, der die Sprache Innu-Montagnais beherrscht, veröffentlichte 1978 eine Untersuchung, in der er den Begriff aus dieser Sprache ableitet und mit „Menschen, die eine andere Sprache sprechen“ (englisch: „people who speak a different language“) übersetzt.[2]

Die frühere linguistische Herleitung aus der Sprache der Anishinabe „ashkipok“ = Rohfleischesser (englisch: „eaters of raw meat“) gilt heute als widerlegt und lässt sich daher nicht mehr vertreten. Diese frühere Worterklärung führte bei den Inuit zur Ablehnung des Wortes „Eskimo“, da sie „Rohfleischesser“ als abwertend empfanden.

Mit herzlichen Grüßen
Klaus Kuhn

Zurück zu Allgemeine Lehrerfragen zur Silbenmethode

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast