Einführung der Stopper

Moderator: Klaus Kuhn

heihuet
 
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Einführung der Stopper

Fr 8. Dez 2006, 13:25

In der "Du-del"-Einheit haben viele Schüler noch arge Probleme, die Stoppersilben zu lesen. Sie versuchen dem zu begegnen, indem sie Einzelbuchstaben lautieren, also das, was wir gerade nicht wollen. Andere hängen an den Stopper einfach noch irgend einen Klinger an.
Ich denke, da werden wir noch eine Weile mit dem Silbenschieber üben müssen. Außerdem überlege ich noch einen Leseteppich mit Stoppersilben zu machen, damit die Kinder noch mehr Übungsmaterial auch für die Hausarbeit haben.

Klaus Kuhn
 
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Di 12. Dez 2006, 09:16

Hallo,
wenn Schüler die Starter-Klinger-Stopper-Kombination nicht simultan verarbeiten, übe ich mit dem Silbenschieber: z.B. del. Ich decke mit der linken Hand den Stopper zunächst ab - der Schüler sagt de - unmittelbar danach gebe ich das l frei und bilde die Gebärde. So lautiert der Schüler das l. Nach einigen Wiederholungen gelingt das Silbenlesen flüssig.
Viele Grüße
Klaus Kuhn

Andrea
 
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Do 21. Dez 2006, 21:20

Das machen wir auch so wie im Lehrerhandbuch beschrieben. Den meisten Kindern gelang es auch gut, aber trotzdem haben wir in unserem Jahrgang eine Handvoll Kinder, die es einfach - auch nach Einzelfördermaßnahmen - nicht hinkriegen! Was tun ??????
Andrea

Klaus Kuhn
 
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Fr 22. Dez 2006, 09:59

Hallo Andrea,
in solchen Fällen gibt es nur die Möglichkeit, die Silbe z.B. mus vorzusprechen. Der Schüler imitiert den Lehrer und spricht nach: mus.
Der ganze Vorgang sollte nicht länger als 3 Sekunden dauern (erfolgreiche Reizverarbeitung ist nur in einem kurzen Zeitfenster möglich).
Danach gehe ich am Silbenschieber zu benachbarten Aufgaben über, indem ich die mittlere Zunge verändere. Der Schüler lernt jetzt durch Transfer: mos - mis - mes - mas.
Also: nicht durch Abwarten eine falsche Lösung zulassen, sondern gleich die richtige Lösung vorsprechen und anschließend im Transfer-Lernen weiterarbeiten. Wir lernen Sprache durch Nachahmung.

Grüße
Klaus Kuhn

Andrea
 
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Fr 22. Dez 2006, 14:38

[Das setzt natürlich voraus, dass diese Kinder überhaupt zu Transferleistungen in der Lage sind! :((( Andrea

heihuet
 
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Sa 23. Dez 2006, 14:10

....und ist es nicht genau die Handvoll Kinder, die auch bei jeder anderen Leselernmethode Schwierigkeiten haben, sobald mehr als zwei Laute zusammengezogen werden sollen? Eben weil sie den nötigen Transfer nicht leisten können und oft auch noch eine geringe Merkfähigkeit für bereits erarbeitete Laute und Lautverbindungen haben.
Auch wir sind ziemlich ratlos, hofften wir doch diese Schwierigkeiten beim Lesen-in-Silben nicht zu haben.

Carilo
 
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Mo 19. Feb 2007, 19:52

Hallo,
na wie klappt's bei euch jetzt mit dem Stoppersilben-Lesen? Habe heute den Starter Bb eingeführt. Habe mit meinem Mann ein großes "B" aus Brotteig gebacken ( wie im LHB ) beschrieben, fanden die Kinder super.
Haben dann zuerst den oberen Bogen verspeist und hatten somit das kleine "b". Bei der anschließenden optischen Differenzierung " b-d" gab es keine Probleme, jedenfalls heute.
Mit den Stoppersilben hatten einige meiner Kinder auch so ihre Probleme. Aber durch viel häusliche Übung ( Silbenteppiche, Sauseschritt. usw.) klappt es jetzt schon gut. Aber nun kommt das nächste Problem, 2-3 Starter bzw. Stopper.
Mache mir Sorgen, dass ich bis 30.März nicht die Osterseite geschafft habe. Haben dann nämlich Osterferien.
Und was soll ich dann machen? Etwa nach Ostern " Bald ist Ostern " lesen.

Liebe Grüße Carilo

Andrea
 
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Mo 19. Feb 2007, 20:00

Hallo Carilo,
wir hatten eine Woche reines Silbentraining mit Anfangs- und Endsilben, war klasse! Ich habe Viertelminutensanduhren und die Kinder lesen in kleinen Gruppen täglich an DIN A3-Silbenteppichen, das bringt unglaublich viel. Es hat nur noch ein Kind echte Probleme beim Schreiben der Stoppersilben, weil es oft vergisst, wie die Laute geschrieben werden. Da bin ich momentan ziemlich hilflos, vergisst er doch sogar innerhalb von 5 Minuten, ob er gerade eine Zuckerwatte gegessen hat!!!
Ob wir die Osterseite vor Ostern noch schaffen, weiß ich auch nicht, mache mir aber im Moment keinen Kopf darüber! Zur Not schreibe ich eine eigene Ostergeschichte, hat doch auch was, oder?
Gruß Andrea

Carilo
 
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Di 20. Feb 2007, 18:08

Hallo Andrea,
danke für deine Info. Was sind denn Viertelminutensanduhren, selbstgebaute Sanduhren über 15 sek oder wie ?
Woraus habt ihr sie hergestellt, müssen ja auch handlich sein. Bin mit der 2.Klasse im Sachunterricht grad beim Thema Uhren. Eine Schülerin hat mit ihren Eltern eine tolle Sanduhr aus zwei großen Plastikwasserflaschen gebaut.Sie war fast 1m hoch.War sie ganz stolz.
Aber wie sehen eure aus und wer hat sie hergestellt.
Beim Schreiben von Silben lasse ich meine Kinder die Anlauttabelle benutzen. dann können sie noch mal schauen, wie der Buchstabe geschrieben wird, falls sie noch unsicher sind. Aber ob das nun deinem Schüler hilft, ist fraglich.#
Gruß Carilo

Andrea
 
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Di 20. Feb 2007, 19:18

Hallo Carilo,
so kreativ, dass ich solche Uhren selber basteln würde, bin ich nicht! Diese Sanduhren sind Pulssanduhren und in der Apotheke zu bestellen (gibt es auch für halbe Minuten). Bei uns kostet eine 2,65 € abz. 10 % für die Schule. Ich habe 5 Stück und teile die Klasse in fünf Gruppen ein.

Bei mir hängen die Ankerbilder in der Klasse und die Kinder können jeder Zeit hinschauen. Meinen schwachen Schüler verwirrt das aber eher! Ich denke, es hilft nur tägliches konsequentes Training mit Vorsprechen und Nachsprechen und Lautgebärden.

Andrea

Klaus Kuhn
 
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Mi 28. Feb 2007, 19:59

Hallo heihuet,

deine Vermutung, dass einige Kinder mit jeder Methode die gleichen Schwierigkeiten beim Verschleifen haben, kann ich aus den Erfahrungen unseres Arbeitskreises nicht bestätigen.
Beim synthetischen Einstieg haben alle Kinder Probleme, die Buchstaben nicht im Zusammenhang nutzen können.
Bei der Silbenmethode kann die Synthese keine Schwierigkeiten machen, die Kinder lesen ja die Silben im ganzheitlichen Zugriff. Danach muss diese Ganzheit, wenn sie auch nur aus zwei Buchstaben besteht, analysiert werden; siehe Indianerspiel.
Ich erlebe jedoch manchmal, dass Lehrer beim ersten Durchgang eben nicht ganzheitlich Silben einführen und ausreichend sichern: durch tägliche Arbeit mit Silbenschieber, Leseteppich, Silbenkärtchen, Bingo, Memory, Silbendiktat und Lautgebärden. Diese Arbeit ist die Grundlage für den weiteren Unterrichtserfolg.
Oft wird stattdessen nach immer neuen Arbeitsmaterialien verlangt. Wir haben an unserer Schule nicht einmal alles im Gebrauch, was bis jetzt zur Verfügung steht. Wir benötigen viel Zeit für die Koordination von Sprache und Bewegung.
Unseren Eltern empfehlen wir generell die Lese-CD für die Übung zu Hause. Wenn das nicht möglich ist, kommen solche Kinder in Stillarbeitsphasen der Klasse einzeln täglich 5 Minuten dran.
Wir können den Wochenplan einhalten, was bei dem späten Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien in Baden-Württemberg ja noch enger ist als in Ländern mit frühen Sommerferien.

Liebe Grüße
Klaus Kuhn

Andrea
 
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Mi 28. Feb 2007, 20:47

Nach dem Seminar in Northeim sind wir nun auch schlauer geworden und haben ja unseren Unterricht umgestellt. Ich kann das alles nur bestätigen, zumindest für meine Klasse. Sie werden immer sicherer und stolzer und ein echtes Problem hat nur der schon erwähnte "Zuckerwatten"-Schüler. Nun habe ich aber mitbekommen, dass seine Mutter, die noch ein Kind in der 2. Klasse hat, mit ihm nach der alten "bewährten" Methode übt. Ein Hausbesuch ist wohl erforderlich! >Die Rhythmusübungen machen mir und den Kindern viel Spaß und am Silbenteppich überschlagen sie sich fast, um die Sanduhr zu besiegen :))) Nun brauchen wir auch nicht mehr so viele Arbeitsblätter, machen uns eher noch eigene Silbenteppiche. Insgesamt gesehen sind wir momentan viel zufriedener!!!!
Andrea

Carilo
 
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Do 1. Mär 2007, 20:44

Hallo Andrea,
die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Die Eltern lesen mit ihren Kindern so , wie sie es von den älteren Geschwisterkindern kennen und wir wundern uns, dass es nicht klappen will.
Deswegen sollte man den Eltern auf dem ersten Elternabend alles genau erklären, aber meine Frage ist, was soll man alles sagen und wie, denn ich denke die Eltern verstehen uns oft gar nicht, hören nur halb hin oder unterhalten sich mit anderen Eltern. Habe am 13.März wieder Elternabend für die zukünftigen Erstklässler. Wollte den Eltern natürlich die "Neue Lesemethode" vorstellen.
Liebe Grüße
Carilo

heihuet
 
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Fr 2. Mär 2007, 12:23

Hallo Carilo,
ich habe die Eltern in meinen Unterricht eingeladen und nach und nach sind viele gekommen. So konnten sie sehen und hören, was mir wichtig ist. Auch waren einige Einzelgespräche nötig.
Für problematisch halte ich die Kinder, die zu Hause keinerlei Unterstützung finden.
Gruß
heihuet

Carilo
 
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Fr 2. Mär 2007, 20:25

Hallo heihuet,
ja vielleicht sollte man das in Betracht ziehen und die neuen Erstklässlereltern mal in meine jetzige 1.Klasse einladen. Werde ihnen den Vorschlag unterbreiten. Malsehen, was sie meinen.
So, eigentlich haben wir ja Wochenende,oder? Aber wir können es ja nicht lassen über Schule nachzudenken. Also schönes weekend !
Liebe Grüße
Carilo

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